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Kurt App

2001
   
 
Sound Wall

(Tal hinter dem Work Shop House for Arts)
Fujino (seit 2007 Teil von Sagamihara), Kanagawa Präfektur, Japan

 

6 PVC- Rohre, 4m lang, 4 cmØ, 3 CD- Player, Verstärker,
6 Lautsprecher, Stahlnägel, Draht, Kabel, Plastikbox 80x40x60 cm
Die Arbeiten liefen von Ende August bis Ende November

Das Projekt wurde realisiert auf Einladung des FWF(Field Work Fujino), einer Vereinigung von etwa 50 Künstlern, Kunstliebhabern und Galeristen aus Fujino und Tokyo.
Der Platz lag in einem ruhigen Tal, durch einen Hang vom Gelände des Work Shop House for Arts getrennt, etwas außerhalb der Stadt gelegen. Man konnte diesen Platz nur als Fußgänger über einen steilen Pfad erreichen. Ein Bach verhinderte den Zugang zum entgegengesetzten Hang, auf dem die Rohre aufgebaut waren.

 
     
 
 
 
 

 

 

 

Die Arbeit wurde so montiert, dass die morphologischen Eigenheiten der japanischen Landschaft im gebirgigen Landesinneren aufgenommen wurden. Die Täler des östlichen Japans haben sehr steile Hänge, - durch die Befestigung der Rohre entlang des Hanges wurde diese Richtung akzentuiert. Anordnung der Klangkörper: 3 Gruppen zu je 2 Rohren wurden montiert, das ergab sich aus vorgefundenen vegetationsfreien Zonen im Hang. Ich war sehr verblüfft von der Präsenz der Insektenlaute in Japan; - im Hochsommer ist die Luft durch die Gesänge der verschiedenen Zikaden erfüllt, vor allem in ländlichen Gebieten. Die für diese Arbeit erzeugten und ausgewählten Töne unterschieden sich nicht sehr von der vorgefundenen Klangwelt;- auch in der Anordnung nahm ich den allgemeinen Rhythmus auf. Im Gegensatz zu „Meeting with Amanojaku“ verwendete ich in in erster Linie kurze Klänge, die sehr stark mit den physischen Geräuschen verschmolzen.
Das Audiomaterial wurde auf 6 Klangschleifen von 35-70 Minuten Dauer verteilt. Die Schleifen wiederholten sich, sie waren nicht synchronisiert, so dass immer neue Zusammenklänge entstanden. Die Player fanden Platz in einer blauen Plastikbox, durch die Hilfe des "Workshop House for Arts" konnten wir über das Flüsschen ein elektrisches Kabel ziehen, mit Hilfe dessen die Geräte mit Energie versorgt wurden. Die Rohre wurden auf dem steilen Hang in einer Gesamtausdehnung von ungefähr 20 Metern montiert, die Klänge schallten über das Wasser. Die Klänge wurden mit derart einfachen Mitteln über den Raum gestreckt. Dies brachte neue Qualitäten der Klänge hervor - über die ganze Ausdehnung änderte sich der Zusammenklang der Rohre ständig, allerdings in einer sehr harmonischen Bandbreite.
Ein leiser Ton von ganz links kommuniziert mit einem ruhigen Ton von ganz rechts nur, wenn die Kommunikation weder durch laute Töne von der Mitte noch durch laute Töne aus der Umgebung übertönt wird. Das ganze Klangbild verschob sich in Abhängigkeit des Hörerstandpunkts relativ zur Rohranordnung. Trotz des Titels war nicht beabsichtigt, ein kolossales Klangereignis zu produzieren (das Tal selbst war bereits voll von Tönen), nur ein leichtes Vibrieren der Wirklichkeit sollte erreicht werden.

 
 
 
 
 
       Klangbeispiel
 
 
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