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2003
   
 
simultan – совместный
 
 

mit Almut Glinin,

Installation/ Sound,
Künstlerhaus Ulm

 
 

In der Installation gibt es drei Ebenen der künstlerischen Artikulation

- die Ebene des Bildes und der Skulptur
- die Ebene des Tons und der Geräusche
- die Ebene der Literatur

4 Grundideen der Installation:
- Gleichzeitigkeit von Ereignissen
- Gleichzeitigkeit von Perspektiven
- Reflexionen und Brechungen
Multifokus und zusätzliche Dimensionen

Zu sehen waren
2 Tafelbilder              235 x 120 cm
2 Tafelbilder              180 x 110 cm
Rahmenobjekt         240 x 120 x180 cm
Rahmenobjekt           240 x 180 x 180 cm mit Schild „СЛУШАНОВКА“
Plexiglasscheibe mit Zeichnung 240 x 120 cm
4 Lautsprecherpaare, 4 CD- Player, 4 verschiedene Sound- Loops

gesprochene Texte von Claudia Reepel, Olga Kowal, Swetlana Hajduk und Galina Tabatschnik-Verspohl

 

 
     
     

 

 

Kurt App Simultan3

Kurt App Simultan1

 

Kurt App Simultan2

Kurt App Simultan5

Kurt App Simultan6

 

 

Die Installation bestand aus bildnerischen Arbeiten von Almut Glinin und einer Klanginstallation von Kurt App.
Ein zentrales Thema der Audioarbeit ist das Werk des südrussischen Dichters Welimir Chlebnikow, gesprochene Texte in Deutsch und Russisch durchziehen die Klangschleifen.

Warum gerade Chlebnikow? Nicht nur, weil bei uns ein Interesse an der poetischen Form besteht,  sondern weil diese Arbeit auch einem Suche nach einer Spur in der persönlichen Geschichte des Familielebens der Künstler bedeutet. Einige Wurzeln der beiden Autoren liegen im östlichen Europa.Insbesondere haben die Grundideen der Installation Bedeutung in der Arbeit von Welimir Chlebnikow. Er verwendete Wörter mit Doppelbedeutungen oder schuf neue Wörter, indem er 2 oder 3 Wortstämme verband. Außerdem erschuf er sogar eine neue Sprache - ZAUM - die Sprache des Weltalls.

In der Bildebene wird Gleichzeitigkeit durch die Reflexionen und Bildbrechungen in der Acrylglasscheibe sichtbar. Sie spiegelt das Straßenleben in den Ausstellungsraum hinein und geben die Bewegungen der Besucher im Raum nach außen wieder. Auf die ähnliche Weise widerspiegeln die Silberoberflächen der Bilder die Gestalten und Bewegungen der Besucher im Inneren.

Die großen grauen Rahmen  sind zu Winkeln zusammengefügt, sie definieren ein Platz, ein Schutz, wie das bei den in Osteuropa üblichen Bushaltestellen zu sehen ist. Ein am Rahmen befestigtes Schild formuliert einen Witz in Chlebnikows Art, ein Schild mit der Aufschrift – slushanowka – zusammengesetzt aus "slushat'", das bedeutet "hören" und „ostanowka“ das ist Haltestelle.

Entgegen der üblichen russischen Praxis, Chlebnikowsche Texte sehr dramatisch zu rezitieren, bat ich die Sprecherinnen, sowohl russischen als auch die deutsche, die Texte auf eine natürliche Weise zu artikulierten.

Die Rahmenobjekte definieren zwei Orte im Raum. Vier akustische Plätze werden von den Klangstationen definiert. Diese ähneln den vier Himmelsrichtungen, jede Station gibt eine andere Klangdatei wieder. Drei Positionen lassen imaginäre Landschaften und die Vorträge von Gedichten und Prosa durch Chlebnikow auf Russisch und Deutsch erklingen, die vierte gibt zeitgenössische Dokumentarklänge aus der Gegend wieder, in der Chlebnikow lebte.

 

 
  Klangbeispiel  
   

Chlebnikow

 
 

 

Welimir Chlebnikow

Велимир Хлебников

 
 

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