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Die Entstehung des Urtons

in
Skulpturentreff am See
Versunkene Vergangenheit
Allensbach

Mai - Oktober 2014

 

Ein vom Wind angetriebener Rotor dreht sich in einem Gestell. Zwei Drahtschlingen an der Unterseite des Rotors zupfen die Kanten dreier Resonanzkörper. Die Resonanzkörper verstärken die Zupftöne und geben den Klängen Fülle.
Es wird kein vollkommener, wohlklingender Klang erzeugt, sondern der Beginn eines Tons, wie ein vorsichtiges Zupfen am Rohrblatt. Je nach Windstärke entsteht daraus ein recht rythmisches Gebilde.

Bedingt durch den kräftigen Wind am Untersee mussten die Flächen der Rotoren noch einmal nachgearbeitet werden, die untere Bildreihe zeigt die spätere Ansicht. 

Die Arbeit nimmt augenzwinkernd Bezug auf  das Thema der Ausstellung - Versunkene Vergangenheit - und führt zurück zu einer Zeit, als es noch Töne zu entdecken gab. Der Titel regte mich zu einigen Überlegungen und Verifizierungen an. Dabei kam mir eine Sache in den Sinn, von der ich schon seit längerer Zeit Kenntnis hatte und die ich nochmal recherchierte, um den heutigen Stand festzustellen, dabei wurde ich auch auf ein griffiges Schlagwort aufmerksam - der Pfahlbaustreit. In meinem Gedächtnis war noch die vorletzte Version abgelegt, nämlich die, dass in der "Pfahlbauzeit" das Ufer weiter zur Seemitte verlagert war und die gefundenen, hölzernen Überreste eben von der Pfostenbauweise stammten und nicht von Pfahlbauten. Der heutige Stand ist ein sowohl-als auch, also neben Feuchtbodensiedlungen existierten auch echte Pfahlbauten.
Bei der Betrachtung dieses Stücks Wissenschaftsgeschichte konnte ich mich eines Schmunzelns nicht erwehren. Dabei erheiterte mich der Gedanke, dass ein "Urton" tatsächlich gefunden werden könnte oder sogar eine hypothetische "Urmusik".
Allgemein werden als erste Musikinstrumente Knochenflöten aus Geierknochen angesehen, besser gesagt, es wurden solche gefunden und als Instrumente interpretiert. Es könnte sich aber natürlich auch um Trommeln handeln, deren Materialien nicht überdauerten.
Obwohl ich mich früher schon einmal mit dem Bau von Flöten beschäftigte, wählte ich bei der Klangskulptur eine andere Art der Klangentstehung.

 

Pfahlbau

Pfahlbauromantik

Feuchtbodensiedlung

Pfahlbaumuseum

Tages Anzeiger, Zürich, 27.07.2007 PDF

Und: Der Urton auf Youtube